Menschenhandel in den Philippinen

Die Philippinen gelten als regelrechte Plattform des Menschenhandels in Südostasien. Genaue Zahlen gibt es leider keine, aber es wird geschätzt, dass mindestens sechzigtausend Filipinos von diesem menschenunwürdigen Handel betroffen sind. Dabei unterscheidet man generell zwischen dem Handel, der billige Arbeitskräfte beschaffen soll und dem Handel, der der Sex Industrie in dem Land zu Gute kommen soll.

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In den Philippinen ist besonders der Sex Tourismus einer der Motoren des Menschenhandels. Junge Mädchen, oft noch minderjährig, werden von sogenannten „Traffickern“ in abgelegenen Gebieten aus armen Familien rekrutiert und zu den Haupttouristenzielorten in den Philippinen gebracht. Sowohl ausländische Touristen als auch einheimische Männer, jedoch prozentual gesehen in geringerer Zahl, können sich dann meistens ungestraft an den unschuldigen Mädchen, manchmal auch Jungs vergreifen. Das Geschäft ist eine gute Einkommensquelle und so sind die lokalen Behörden nicht sichtlich daran interessiert dem ein Ende zu setzen.

Die Opfer, die anfangs meistens gar nicht wissen, dass sie als Prostituierte arbeiten sollen – man verspricht ihnen lediglich einen guten Job in Manila – werden mit Alkohol und Drogen hörig gemacht.  Ehe sie das erste Mal Kunden „bedienen“ sollen, werden viele von ihnen zuerst von ihrem Arbeitgeber missbraucht – sozusagen als Einführung ins Geschäft. Ihr Bewegungsfreiraum wird besonders eingeschränkt, es gelten viele Verbote, die vom einfachen Shoppingverbot bis zum Telefonverbot über Freundesverbot reichen. Der soziale Kontakt wird komplett unterbrochen, die Mädchen haben oft einen privaten Bodyguard, der sie 24 Stunden bewacht. Jede Flucht soll damit verhindert werden.

Vertreter des Transportwesens werden von Menschenrechtsaktivisten auf die Problematik des Menschenhandels aufmerksam gemacht - auch sie sollen ein Auge offen halten

Vertreter des Transportwesens werden von Menschenrechtsaktivisten auf die Problematik des Menschenhandels aufmerksam gemacht – auch sie sollen ein Auge offen halten

Wenn es doch zu einer Rettungsaktion kommt, und die Schuldigen verhaftet werden, werden diese oft wieder frei gesprochen, wegen „Mangel an Beweisen“ wie es so schön heißt.  Dies gilt besonders wenn Ausländer angeklagt sind.

Die Opfer sind die Leidtragenden. Sie kommen aus armen Familien und wollten eigentlich nur zum Unterhalt ihrer Familie beitragen. Belogen und betrogen, dann missbraucht und gefangen gehalten, leidet ihr Selbstbewusstsein dermaßen, dass sie sich nur sehr schwer von dem Trauma erholen können. Das Department of Social Welfare and Development und Nichtregierungsorganisationen tun ihr Bestes um den Opfern zu helfen, ihnen eine Unterkunft zu bieten und sie psychisch zu unterstützen um ihnen schließlich den Einstieg ins normale Leben wieder zu ermöglichen. Doch für viele ist es bereits zu spät. Schuld daran ist einerseits die Armut, die die Mädchen zu einer leichten Beute von Menschenhändlern macht. Andererseits sind es die Touristen, die Kunden, die dieses abscheuliche Geschäft aufblühen lassen.

Die Ausbildung zur Näherin soll den Mädchen den Einstieg in ein normales Leben erleichtern

Der philippinische Staat hat in den letzten Jahren sehr viel gegen den Menschenhandel getan. Sowohl der Juvenile Justice and Welfare Act von 2006 als auch der Anti-trafficking against Persons Act von 2003 haben die rechtlichen Grundlagen für eine Verurteilung von Menschenhändlern gelegt. Außerdem wurde eine Hotline erstellt und eine Polizeieinheit, die nur aus Frauen besteht, ausgebildet um Menschenhändler aufzuspüren und zu verhaften und so wie die Opfer zu retten. Sensibilisierungskampagnen wurden gestartet und Transitpunkte überwacht. Und doch ist die Zahl der Opfer noch immer erschreckend hoch  während die Zahl der Verurteilungen von Menschenhändlern sehr gering ist.

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