Gefährliche Ernte

Es ist Saatzeit in Mindanao. Wenn die Mitglieder unserer Partnerorganisation in den nächsten Monaten etwas ernten und essen wollen, müssen sie jetzt auf die Felder und das Land bestellen. Doch das ist momentan schwieriger als gedacht, denn zu letzt fielen Schüsse beim Versuch das Land zu bewirtschaften.

Es könnte alles so einfach sein, wenn PADATA das Ergebnis der Landuntersuchung – BIOPHYSICAL (mehr Infos) akzeptieren würde. Theoretisch zumindest müsste dann der Landkonflikt gelöst sein.

Das Departement of Environmental and Natural Ressources (DENR), das für die Landverteilung zuständig ist, hatte in einer Untersuchung inklusiver Haushaltszählung (Biophysical) versucht, das Land „gerecht“ zu verteilen. Dabei hatte das DENR für PADATA nur deren Dorf und umliegende Ländereien mit eingerechnet, nicht aber das Farmland außerhalb des Dorfes, welches ihre Lebensgrundlage darstellt. Das Ergebnis ist für PADATA eine Enttäuschung: 69 ha für 120 Haushalte. Aus Sicht PADATAs ist das fürs Überleben zu wenig. Deshalb akzeptiert und unterzeichnet PADATA das BIOPHYSICAL nicht. Damit es nicht zu Ausschreitungen kommt, wurde für die Zwischenzeit eine Status-Quo-Order verhängt. Das heißt, es gelten die vom DENR gezogenen Grenzen, welche nicht von den jeweils anderen Parteien überschritten werden dürfen. Die Status-Quo-Order soll helfen, gewalttätige Auseinandersetzungen und Übergriffe zu verhindern, bis eine endgültige Regelung gefunden ist.

Ernte in Panalsalan

Ende Juni fielen aber nach Aussagen PADATAs auf deren Territorium Schüsse. Sieben schwer bewaffnete Security Guards bedrohten zunächst verbal Mitglieder von PADATA, griffen dann aber zur Waffe und feuerten Warnschüsse ab. Ein PADATA-Mitglied suchte trotz der Bedrohung ein Gespräch mit den Sicherheitskräften.

Für PADATA ist die aktuelle Situation sehr schwierig, denn trotz der Status-Quo-Order werden sie bei der Arbeit auf den Feldern bedroht und eingeschüchtert. Damit sie aber in den nächsten Monaten etwas ernten und essen können, müssen sie sich der illegalen Bedrohung von Seiten der Sicherheitskräfte aussetzen.

Hier könnt ihr euch die Geschichte aus der Perspektive eines PADATA-Mitglieds anhören:

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