Katholische Kirche verteufelt den neuen Gesetzesentwurf zur reproduktiven Gesundheit

Die sogenannte „RH Bill“ (Reproductive Health Bill) ist ein zurzeit heftig umstrittener Gesetzesentwurf in den Philippinen. Er sieht universalen Zugang zu Informationen und Methoden der Geburtenkontrolle und Mütterbetreuung vor.

In dem Inselstaat liegt eine extrem hohe Geburtenrate vor – der Staat gehört zu den 12 bevölkerungsreichsten Nationen der Welt – der Zugang zu Verhütungsmitteln ist quasi inexistent, medizinische Betreuung von Mutter und Neugeborenen oft sehr prekär und illegale, gefährliche Abtreibungen immer häufiger. Zudem hebt der Gesetzesentwurf besonders hervor, dass großes Bevölkerungswachstum die Armut im Land verstärkt und es deswegen einer stabilen Familienplanung bedarf, um dieser Armut entgegen zu wirken. Statistiken würden zeigen, dass reiche oder mittelständische Familien im Durchschnitt 2-3 Kinder haben, während der Durchschnitt bei armen Familien bei 6-7 liegt. Der Botschafter der europäischen Union, Alistair MacDonald, meinte, dass der fehlende Zugang zu medizinischen Hilfeleistungen bezüglich der reproduktiven Gesundheit “unethisch” wäre im Kampf gegen die Armut im Land und es erschiene ihm ziemlich unwahrscheinlich, dass die Philippinen ihre UNO-Millennium Entwicklungsziele unter der bestehenden Politik erreichen werden. Die Durchsetzung der RH Bill sei mehr als notwendig.

Damit ist aber eine nationale Debatte ausgelöst worden, die von einigen Analysten als „kultureller Krieg“ bezeichnet wird. Vor allem die katholische Kirche wehrt sich mit Händen und Füßen – und mit schockierenden Argumenten – gegen den Entwurf. Da 81% der Filipinos katholisch sind, hat die Kirche einen großen Einfluss auf das öffentliche und moralische Leben der Filipinos. „Wir werden unsere Stimme gegen diese Politik der neuen philippinischen Regierung erheben“, so Rene Bullecer, Direktor der katholischen Bewegung Human Life International. „Vor allem geht es dabei um die Reproductive Health Care Bill, das eindeutig gegen das Leben, die Gesundheit und die Familie und damit gegen den christlichen Glauben verstößt. Katholiken befürworten sexuelle Aufklärung und eine verantwortliche Elternschaft, die auf der Moralehre der Kirche und damit auch auf Enthaltsamkeit gründen“.

Aus menschenrechtlicher Perspektive ist die RH-Bill zu befürworten, um zum einen die Gesundheit und das Leben der Mütter sowie auch der Babies zu schützen. Jede Familie sollte die Möglichkeit haben, zu entscheiden, ob und wie viele Kinder sie haben möchte. Darüber hinaus sollte der Schutz vor Infektionen und Krankheiten im Vordergrund stehen. Eine der zehn häufigsten Todesursachen in den Philippinen sind Infektionskrankheiten. Damit in Zusammenhang stehen auch die illegalen Abtreibungen vieler junger Mütter, die oftmals mit dem Tod enden. Die RH-Bill impliziert auch besseren Zugang zu verschiedenen Gesundheitsbereichen. Gesundheitszentren würden für die Beratung bei Geschlechtskrankheiten und Infektionen sowie für die Beratung zu gebräuchlichen Verhütungsmitteln zur Verfügung stehen. In Krankenhäusern würden neben einer Notfall-Geburtshilfe auch operative Verhütungsmethoden und Sterilisation durchgeführt.

Jeder Mensch hat das Recht auf Zugang zu Gesundheitseinrichtungen, der selbstbestimmten Familienplanung sowie sexuellen Aufklärung.

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