PADATA Jahresrückblick 2015/2016

Nur noch wenige Tage, dann geht mein Jahr hier in den Philippinen zu Ende. Ein Jahr bedeutet unter anderem ein Jahr Zusammenarbeit mit PADATA. Ein Jahr sind auch 5 Besuche im Sitio in Dagumbaan bei PADATA. Ein Jahr ist aber  auch ein Mix zwischen Freude, Spaß, Verzweiflung und Trauer. Und so wie alles einen Anfang hat, so hat auch dieses Jahr ein Ende und dies bedeutet für mich ein Jahr Arbeit mit PADATA Revue passieren zu lassen.

Aber der Reihenfolge nach:

Nachdem IPON 2015 beschlossen hat, weiter mit PADATA zu arbeiten, um den Verlauf des CADT (Certificat of Ancestral Domain Title) Antrags abzuwarten, hat sich vielleicht nicht viel verändert, aber es hat sich etwas verändert. Oft sind es nur kleine Nuancen, die sich verändern, kleine Teile die dann irgendwann die große Summe machen werden. Ich hoffe, dass ich mit etwas Abstand und Reflexion in Zukunft weitere Veränderungen erkennen kann, die mir vielleicht im Hier und Jetzt in den Philippinen noch nicht gegenwärtig sind.

Also was genau hat sich denn jetzt getan?

VERZWEIFLUNG.

Weiterhin sind noch 39 PADATA – Mitglieder wegen „Illigal-looging“ angezeigt. Diese Anzeige besteht seit 10.09.2014. Dies sind schon fast zwei Jahre.

Mitdenkende Leser oder Leserinnen fragen sich jetzt sicherlich, wie kann es sein, dass dies so lange dauert. Eine ehrliche und passende Antwort dazu habe ich nicht, möchte ich auch nicht, denn diese Antwort wäre nicht wertfrei oder neutral und somit unprofessionell und hinfällig.

Widmen wir uns lieber den Fakten, Zahlen und dem chronologischen Ablauf.

8.2015: Das Hearing wegen „illegal logging“ wird auf den 23.09.2015 8.30 Uhr verschoben.

09.2015: Das Hearing wegen „illegal logging“ wird auf den 21.10.2015 verschoben, dabei stellt sich heraus, dass der zuständige Richter in Rente geht und all seine Fälle abgibt. Bei einem Besuch in der Hall of Justice in Malaybalay erfährt Ipon, dass es bis zu 6 Monate dauern kann bis ein neuer Judge offiziell bestätigt wird.

10.2015: Es ist immer noch kein offizieller Judge bestätigt worden und ohne Judge gibt es kein hearing. Es wird bis auf weiteres verschoben.

04.2016: PADATA berichtet IPON, dass es keinen neuen Termin und keinen neuen Judge zum „illigeal logging“ gibt.

06.2016: Das neue hearing zum „illigal logging“ wird auf den 20.07.2016 um 2:00 pm gelegt ist jedoch nicht offiziell „confirmed“. Dies wird wohl erst Anfang Juli der Fall sein.

Stand heute, haben wir dazu noch keine weiteren Infos. Das ständige Verschieben des hearings ist die eine Sache, die andere ist, dass alle 39 PADATA – Mitglieder zu Anhörung erscheinen müssen. Das Problem hierbei ist, dass der Weg vom Sitio zur Hall of Justice in Malaybalay City sehr weit und finanziell schwer zu stemmen ist. Des Weiteren berichteten uns die PADATA Member, dass die meisten gar nicht mehr im Sitio wohnen würden und in die Städte gezogen wären.

Es bleibt abzuwarten, wie sich dies weiter entwickelt. IPON wird natürlich weiter dran bleiben.

HOFFNUNG.

Die Befürchtung, dass sich im Laufe des CADT Antrags erneute harrassments und Bedrohungen im Sitio wieder ereignen könnten, hat sich zum Glück bisher nicht bestätigt. PADATA sagt, dass sie sich seit einem Jahr sicher fühlen.

Im Feburar 2016 waren zwei Treffen zwischen Governor Zuburi (Maramag) und einigen IPs, darunter auch PADATA. Dabei kam heraus, dass sich Zubiri weiter für die IPs einsetzen und sie finanziell unterstützen möchte. Er möchte auch in Kontakt mit der NCIP treten. Es werden in Zukunft wohl weitere Treffen stattfinden. PADATA findet den Kontakt zu Gov. Zubiri gut und freut sich, dass er ihnen helfen möchte.

Es wäre ein Meilenstein, wenn PADATA den CADT Antrag bekommen würde. Die Hoffnung ist der größte Antrieb des Menschen und ich bin guter Dinge, dass diese Geschichte ein positives Ende für PADATA haben wird.

FREUDE.

IPON sieht als positive Entwicklung, dass das DENR weiterhin mit PADATA zusammenarbeitet. So hat das DENR PADATA nach der verheerenden Sommerhitze (dabei ist mehr als die Hälfte der Ernte kaputt gegangen) Saatgut zukommen lassen. Nun kann PADATA seine Felder weiter bepflanzen.

SPAß / TRAUER.

Dass die oben genannten Substantive eng beieinander liegen, ist sehr wahrscheinlich vielen Lesern und Leserinnen hier bekannt. Auch ich kam in diesem Jahr wieder in dem Genuss zu merken was es heißt, beides zu erfahren. Bei PADATA ist feiern, zelebrieren  kurz „Party Party lang“ hoch im Kurs. Und so durften wir als IPON – Team an folgenden tollen Ereignissen teilnehmen: Vilmas Geburtstag, PADATA´s Weihnachtsfeier und der Nationaltag von Maramag (Araw day of Maramag) an dem 20 verschiedene tribes teilnahmen.

Irgendwann hieß es dann Abschied nehmen. Natürlich wurde auch dies zelebriert. Mein letzter Besuch bei PADATA war im Juni 2016 und die letzte Feier war sehr emotional. Kurz gesagt: es flossen einige Tränen.

ZUKUNFT.

Wie geht es nach IPON´s Mindanao Exit mit PADATA und IPON weiter? IPON möchte weiterhin in Mindnao tätig sein, denn viele sind sich darüber einig, dass Menschenrechtsarbeit gerade in Krisenregionen stattfinden sollte.

Gemeinsam mit PADATA wurde die Zukunfstrategie entwickelt, dass IPON alle zwei Monate das Sitio in Damgumbaan besucht. In der Regel sollte ein Besuch um die 2-3 Tage sein.

Weiterhin ist PADATA wichtig, dass IPON Präsenz im Sitio und in näherer Umgebung zeigt. Durch Besuche wie beim Mayor in Maramag, beim Brgy. Captain in Panalsalan oder z.B. durch den Besuch des araw day of Maramag kommt IPON diesem Wunsch mehr als nach.

Wie bereits oben beschrieben, sollte IPON kurz bis mittelfristig für das hearing zum „illegal logging“ und dem CADT – Antrag dranbleiben.

Langfristig sollte ein Auslaufmandat thematisiert werden.

 

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Mindanao – Exit

Anfang März 2016 schlossen wir das Büro in Malaybalay City und führten es mit dem bereits bestehenden Office in Bacolod auf der Insel Negros zusammen. Die drei Teammitglieder Alex, Anna und Susi beendeten ihren sechsmonatigen Philippinenaufenthalt mit dem Rückflug nach Deutschland am 09.03.2016, während Chris für weitere sechs Monate von Negros aus arbeitete.

IPON ist seit einer geraumen Zeit im Weltwärts-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) akkreditiert und kann es damit einigen Freiwilligen ermöglichen im Rahmen eines Weltwärts-Stipendium auszureisen. Im Mai 2015 veröffentlichte das deutsche Auswärtige Amt jedoch eine akute Reisewarnung für fast ganz Mindanao. Dies bedeutete auch eine Sperre für Stipendiaten des Weltwärts-Programms für diese Region, da das BMZ nicht für die Sicherheit seiner Stipendiaten garantieren konnte. Stipendiaten des Weltwärts-Programms dürfen seit dem nur noch nach Davao reisen.

Die Entscheidung des BMZ wurde zudem von der Organisation Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit getragen, welche in ihrer aktuellen Risk-Map für viele Regionen in Mindanao ihre Risikoeinschätzung erhöht haben. Auf einer Karte werden in dieser Map Regionen in einem Farbcode markiert. Sehr gefährliche Region werden in rot, gefährliche Regionen in orange, Regionen mit moderater Gefahr in gelbe und Regionen mit geringer Gefährdung in grüner Farbe gehalten.

In dieser aktuellen Ausgabe der Risk-Map ist auch die Provinz Bukidnon von Low (Sicher, grüne Farbe) auf Moderate (gelbe Farbe) angehoben worden. Das Mindanao Büro von IPON befand sich in Bukidnon, genauer in Malaybalay City. Nach internen IPON Sicherheitsregeln sind ausschließlich Bereiche die grün gefärbt sind als sicherer Wohn – und Arbeitsort geeignet.

Diese zwei Veränderungen, die Weltwärtssperre und die farbliche Veränderung der Provinz Bukidnon von grün in Gelb, haben zu IPON-internen Veränderungen geführt, sodass im November 2015 gemeinsam entschieden wurde das IPON-Büro in Malaybalay City zu schließen.

Das Auswärtige Amt beschreibt die Gefahren wie folgt: Es agieren islamistische Extremisten, wie z.B.: Abu Sayaf und kommunistische Rebellen wie z.B.: NPA in Mindanao, diese sind laut Auswärtigem Amt unteranderem für Anschläge und Entführungen in Mindanao  verantwortlich.

https://www.auswaertiges-amt.de/sid_144031AE899119E368CAC3F24E673304/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/PhilippinenSicherheit.html?nn=362664#doc362604bodyText2

Zum Verständnis werde ich hier kurz die wichtigsten agierenden Gruppen in Mindanao beschrieben:

NPA:

Die New People’s Army  ist eine revolutionäre kommunistische Gruppierung in den Philippinen die einen gewaltsamen Regimewechsel anstrebt. Sie ist seit Dezember 1969 aktiv.

Die NPA ist der militärische Flügel der Kommunistischen Partei der Philippinen oder PKP (Partido Komunista ng Pilipinas). Die Organisation hat schätzungsweise 10.000 Mitglieder, operiert hauptsächlich in ländlichen Gebieten, wo sie Angriffe auf das Militär und Polizei und Großkonzerne verübt.

MNLF:

Die Moro National Liberation Front ist seit 1972 in den Philippinen aktiv und beschreibt sich selbst als sezessionistische politische Organisation. Sie forderten eine politisch unabhängige muslimische Region in Mindanao. In der Geschichte Mindanaos kam es zu zwei Friedensabkommen zwischen der MNLF und der Philippinischen Regierung (1976 und 1996). Daraus resultierte 1989 die Gründung der ARMM (Autonomous Region in Muslim Mindanao), dies beinhaltet 13 Provinzen, die als autonome Region für Muslime im Süden Mindanaos unter der Souveränität der philippinischen Regierung agiert. Dies führte zwischen den Anhängern der MNLF jedoch zu Ungleichheiten und so spaltete sich MILF ab, die nicht nur einen unabhängigen freien Moro-Staat forderte, sondern auch eine stärkere Orientierung am Islam.

MILF:

Die Moro Islamic Liberation Front war bis 2010 eine militante Rebellengruppe, welche sich für die Rechte der Muslime auf Mindanao einsetzte. Seitdem kam es zu einem Kurswechsel der MILF, der zum Verzicht auf volle Unabhängigkeit eines Moros-Staates durch Gewalt, aber dafür Autonomie in Teilregionen in Minadanao durch Verhandlungen bemerkbar wurde. Damit verdrängte sie die MNLF als Verhandlungspartner in der Philippinischen Regierung. So kam es 2014 zu einem Friedensabkommen und so soll bis 2016 die autonome Region Bangsamoro auf Mindanao enstehen.

Ein hilfreicher Artikel zum Thema : http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/Philippinen-Muslimische-Rebellen-fordern-Autonomie/14027

Abu Sayyaf:

Die Abu Sayyaf ist eine terroristische, islamistisch fundamentalistische Vereinigung, die hauptsächlich in Sulu aktiv und dafür bekannt ist, multiple Vernetzungen mit lokaler Politik und dem Militär zu haben. Sie spaltete sich 1993 ideologisch von der aus ihrer Perspektive zu liberalen MILF (Moro Islamic Liberation Front) ab, und wird als eine radikale islamistische Bewegung gesehen, die einen autonomen islamischen Staat fordert und eine Abspaltung der Moro National Liberation Front (MNLF) darstellt. Ihre Tätigkeiten konzentrieren sich seit Anfang der 90er-Jahre auf Entführungen, Lösegelderpressungen und Terroranschläge.

AFP:

Die Armed Forces of the Philippines  setzt sich aus der Philippinischen Armee, der Philippinischen Marine, der Philippinischen Luftwaffe und der Philippinischen Marine Korps zusammen. Stand 2014 hat die AFP schätzungsweise 90.000 Mitglieder, von denen 30.000 in der Armee und der Rest auf die Navy, die Marine Korps und die Air Force verteilt sind.

Die AFP agiert im Dienst der nationalen Sicherheit (National Defense) der Philippinen.

PNP:

Die Philippine National Police ist auf nationaler als auch auf lokaler Ebene die Polizei der Philippinen. Sie sorgt dafür, dass alle verabschiedeten Gesetze landesweit ausgeführt und durchgesetzt werden.

Um sich einmal die Karte Mindanao zu verbildlichen:

Mindanao ist die Zweitgrößte Insel in den Philippinen und mit einer Fläche von ca. 37.657 mi² leben dort ca. 21,58 Millionen Menschen.  Somit würde Mindanao ca. 3.662-mal in Deutschland hinein passen. Also wäre Mindanao damit ein ziemlich großes Bundesland.

Und sicherlich gibt es Gebiete in Mindanao, die sowohl für Ausländer_innen als auch für Philippin@s weniger sicher sind. Das Auswärtige Amt spricht eine Reisewarnung im westlichen Teil Mindanaos aus. Dazu gehören unteranderem die Sulu – Gebiete, Zamboanga und Cotabato.

Darüber spricht das Auswärtige Amt Gefahren für die Urlaubs Inseln Siargao (eine Insel im Norden Mindanaos), Süd Palwan und Boracay aus (die letzten beiden befinden sich nicht in Mindanao).

IPON ist in diesen Gebieten bisher nicht tätig geworden und aktuell kreuzt sich kein Fahrweg durch eines dieser Gebiete zu unseren Partnern.

Aktuell arbeitet IPON in folgenden Regionen: Cagayan de Oro (Zentral, – nördlich), Bukidnon (zentral,- mittig) und Davao (zentral,- südlich).

Wie bereits geschrieben, ist Mindanao eine sehr große Insel, jedoch sollte man sich die Heterogenität dieser Insel immer wieder vor Augen führen. Es hilft, die bestehenden Gefahren in den einzelnen Regionen ernst zu nehmen, immer aktuell zu bleiben und dabei aber Mindanao als Ganzes nicht zu diffamieren.

Sicherheit: Ein sehr sensibles und individuelles Thema. Dies habe ich immer wieder in meinem Jahr in den Philippinen gemerkt. Wir haben unzählige Diskussionen geführt, sowohl in unserem Team als auch mit unseren philippinischen Freunden und Arbeitspartnern. Wann ist etwas wirklich sicher? Wer kann garantieren, dass es sicher ist? Was bedeutet für jeden einzelnen Menschen Sicherheit?

Wie Sie merken, liebe Leser und Leserinnen, befindet sich das Thema Sicherheit immer wieder in einem Spannungsverhältnis und muss von daher von verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet und erläutert werden. Denn wie bei vielen anderen Themen hilft hier kein eindimensionales Denken.

IPON ist sich dessen bewusst und deswegen finden immer wieder aktuelle Diskussionen statt, es wird versucht eine interne aktuelle Sicherheitsanalyse Up – to Date zu halten. Dazu werden Partner und Partnerinnen immer wieder für Follow Ups zum Thema Sicherheit angeschrieben.

Wie geht es nun mit der Arbeit von IPON in Mindanao weiter?

Fakt ist, dass alle Weltwärtsler_innen von IPON nur nach Davao reisen dürfen und nicht mehr nach Bukidnon, wo wir den Fall PADATA haben. Das aktuelle Team in Negros besteht aus 2 Weltwärtsler_innen: Sebastian und Jessica und zwei nicht Weltwärtsler_innen: Chris und Lisa.

IPON hat seine Fälle in Mindanao nicht aufgegeben. Gemeinsam mit unseren Partnern wurde eine Zukunftsstrategie entwickelt, die so aussieht, dass die beiden nicht Weltwärtsler_innen alle 2 Monate nach Mindanao reisen, um sich mit unseren Partner zu treffen. Weiterer Bestandteil der Arbeit ist es, Netzwerkarbeit zu leisten und sich der Sicherheitsfrage in Mindanao zu stellen. Denn viele bei IPON sind sich darüber einig, dass gerade Menschenrechtsarbeit in Krisengebieten wie Mindanao bestehen bleiben sollte.

Ab September 2016 wird IPON mit sieben IPON-Observer und –Observerinnen  in Bacolod direkt vertreten sein. Da das damalige Büro/Wohnung in Bacolod nicht für so viele ausgelegt waren, mussten wir auch innerhalb Bacolods umziehen. Ursprünglich wollten wir ein Haus finden, in dem alle sieben unterkommen konnten, da wir bis Juli aber nichts in unserer Preisklasse finden konnten, sind wir im August in zwei neue Häuser umgezogen, die nah beieinander liegen.

Es wird sich jetzt zeigen was die Zukunft bringen wird. Ob IPON noch einmal mit einem Office nach Mindanao zurück kann, ob sich die Sicherheitslage verändert, oder ob IPON bei der Strategie bleibt, temporär Mindanao Fahrten zu machen.

Wer sich weiter zu dem spannenden Thema rund um Mindanao einlesen möchte hier ein paar Interessante Links:

 

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Ab September 2016 Menschenrechtsbeobachter_innen bei IPON gesucht!

Interessierst Du Dich für Menschenrechtsbeobachtung in den Philippinen? Möchtest Du Dich dort für den Schutz von Menschenrechtsverteidiger_innen einsetzen?

Dann melde Dich bis zum 08. Januar 2016 für unser nächstes Einstiegsseminar (15.01.-17.01.16) in Magdeburg an.
Sende dazu einfach nur dieses Kontaktformular (http://bit.ly/1MEOAK1) an: aktiv@ipon-philippines.org

Weitere Informationen rund um IPON, Deinen Einsatz und Menschenrechtsbeobachtungen in den Philippinen findest Du unter http://www.ipon-philippines.org

Einen ersten Eindruck über Erfahrungen und Erlebnisse als Menschenrechtsbeobachter_in kannst Du außerdem in diesem spannenden Radiobeitrag hören: http://bit.ly/1M98Zb2

Wir freuen uns auf Dich!

IPON Deutschland

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Tribe-Fest in Lantapan

Am Mittwoch, den 14.10.2015 holte uns um 08:00 Uhr unser Freund Rodney mit seinem Pick-Up ab. Ziel unsere Reise war ein Tribe-Festival beim Stamm Talaandig in Lantapan, Bukidnon.

Grund der Feier war das Projekt „Feed 10.000 Journey“ , ein Fest an denen sich sieben verschiedene Tribes beteiligten, um auf die wichtige Verbindung von Nahrung und Frieden aufmerksam zu machen. Jeder einzelne Datu, das spirituelle Oberhaupt jedes Tribes, jede beteiligte Organisation sowie auch wir, als ledigliche Besucher, wurden offiziell auf der Bühne begrüßt. Zwischen den Reden, die in Taalandig,Visaya oder auch zum Teil in Englisch gehalten wurden, gab es immer wieder Tanzeinlagen, die eine Art Adler- Tanz oder einen Schaukampf darstellten. Nebenbei bauten die einzelnen Tribes Essensstände rund um den Marktplatz auf.

Nach der Zeremonie war es dann soweit: Die Essenstände wurden von den einzelnen Tribe-Oberhäuptern eröffnet. Das Besondere war die Vielfältigkeit sowie die freie Ausgabe der zahlreichen Lebensmittel.

Während der Feierlichkeiten, kamen wir immer wieder mit verschiedenen Vertreter_innen von Organisationen, Angehörige der Tribes sowie auch den Datus ins Gespräch und konnten  somit unsere Arbeit als Peace Observer und Observerinnen erklären. Die für uns spannendste Erfahrung waren die  einzelnen Geschichten der verschiedenen Tribes und das kurze Eintauchen in deren Kultur. Weitere Themen waren die Wichtigkeit von Land für die Indigene Bevölkerung sowie, dass niemand auf der Welt Hungern sollte. „Denn wer hungert, könne nicht lieben und ohne Liebe, kann es keinen Frieden geben“, so der Kerngedanke des Festes und der dort lebenden Bevölkerung. Danach wurden wir in das Haus von WawayTribe eingeladen. Einen berühmten Musiker in Bukidnon. Das Schöne an seinem Haus und Grundstück war, dass wirklich jeder einzelne Mensch willkommen gehißen wurde und es eine ständige Bewegung gab. Es wurde den ganzen Tag Musik gemacht. Ein absolut magischer Ort, der vor spiritueller Kraft nur so strotzte.

Nach einem gemeinsamen Abendessen gingen wir alle auf das Dorf-Festival. Es wurde schöner Reggae gespielt und das Finale gehörte unserem Gastgeber Waway, der mit seiner Band das Publikum richtig zum Feiern brachte.

Am nächsten Morgen hatten wir mit Waway inspirierende Gespräche über die Erde, die Planzen und das Sein. Ein wichtiges Thema war ihm Nahrung, denn ohne könnten wir nicht existieren. Waway erzählte uns von seiner Idee, einen Film zu drehen, in dem jeder Mensch, von Politiker_innen, Armee, Bauern und Bäuerinnen bis hin auch NPA-Akteur_innen ihre Waffen und ihre Konflikte niederlegen sollten, um dann gemeinsam das Land zu beackern.

Leider mussten wir diesen für uns magischen Ort verlassen und zurück nach Malaybalay City fahren. Jedoch wurden wir herzlich eingeladen ein Wochenende vorbei zu kommen und den Farmer_innen dabei zu helfen, gemeinsam das Land zu bepflanzen..

Über diese Möglichkeit freuen wir uns sehr!

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Ipon im Radio

Die ehemalige Mindanao Observerin Muriel Gahl hat eine ca. 30-minütige Radiosendung über unsere Arbeit hier in den Philippinen aufgenommen. Falls Ihr Interesse habt, mehr über die Arbeit von IPON zu erfahren, schaltet am 02.11.2015 um 19:20 Uhr SWR2 ein. Hier findet Ihr den Link zum Webradio: http://swr2.radio.de/

Viel Spaß wünscht das Team Mindanao!

*Ameisen gegen Goliath – Menschenrechtsbeobachtung auf den Philippinen*

„Wir haben ein Recht auf unser Land“, betont Jessie. Seit Jahrzehnten befindet sie sich im Streit mit einem mächtigen Großgrundbesitzer, der ihrer indigenen Gemeinschaft das Recht auf Land verwehrt. Ein Team deutscher Freiwilliger begleitet Jessie und ihre Mitstreiter_innen im Kampf um Land und Existenz. Ihre Präsenz als internationale Beobachter soll Gewalt eindämmen und Recht durchsetzen. Kann das funktionieren? Und wie kommen vier junge Frauen aus Deutschland in einem philippinischen Bergdorf zurecht? Die Studentin Muriel Gahl hat sich gut eingelebt. Trotzdem kann sie nicht anders als ihre Position als Menschenrechtsbeobachterin zu hinterfragen. In der Sendung berichtet sie von persönlichen Zweifeln, hoffnungsvollen Begegnungen und alltäglichen Herausforderungen auf den Philippinen.

*Neugierig? *

Dann *SWR 2*anschalten am*Montag 2. November um 19.20 Uhr.*

Am *Dienstag 3. November 10:05 Uhr *wird die Sendung wiederholt.

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Geburtstag von PADATA

Am 27.09.2015 war es dann für das neue Team Mindanao endlich soweit. Wir sind für die alljährliche anstehen Geburtstagsparty ins Sitio von PADATA gefahren. Leider hatte die Feierlichkeit einen bitteren Nachgeschmack, da das PADATA-Hearing am 23.09.2015 seitens des Staatsanwalts abgesagt wurde. Grund dafür war eine Seminarreise seinerseits.

Neben dem Ziel die Organisation PADATA kennenzulernen und den ersten Kontakt mit dem neuen Mindanao-Team herzustellen, wollten wir das Treffen dazu nutzen, um das abgesagte Hearing zu thematisieren. Was hält PADATA davon? Wie wollen sie weiter vorgehen? Was erwarten sie von uns? Wie können wir die Organisation weiter unterstützen?

Weiterhin sollte die anstehende Delegationsreise im Oktober in Manila Thema sein. Bei dieser Reise geht es darum, das Thema Kriminalisierung in den Philippinen mit verschiedenen staatlichen Akteuren, unter anderem der Comission of Human Rights und der Polizei im Allgemeinen zu besprechen. Allerdings soll ein besonderer Fokus auf den Fall PADATA gesetzt werden. Aus diesem Grund werden neben Zara Alvarez und Cocoy Tulawie auch zwei PADATA-Mitglieder daran teilnehmen.

Die Anreise zum Sitio erschwerte sich wegen starkem Regenfall, sodass wir ein Stück zu Fuß gehen mussten. Wir wurden von Jessie, PADATAs Vize-Präsidentin, geführt und es wurde daraus eine dreistündige Klettertour, in der wir jedoch die Schönheit der Philippinischen Natur erleben durften.

Im Sitio wurde wir herzlichst begrüßt und im Haus von Vilma, der Präsidentin der Organisation, untergebracht. Nach einem gemeinsamen Abendessen nutzen wir die Zeit, um mit Jessie und Vilma zu reden.

Ergebnis unseres Gesprächs war, dass das abgesagte Hearing für PADATA nichts Neues sei und dies zum wiederholten Male passiert wäre. Dies sei normal in den Philippinen, wenn Menschen wenig Geld haben. Sie wünschen sich von uns, dass wir den neuen Termin zum Hearing in Erfahrung bringen und ihnen mitteilen. Weiterhin wünschen sie sich wieder, dass IPON mehr Präsenz im Sitio zeigt. Konkret heißt das für uns, dass wir jeden Monat das Sitio besuchen möchten. Jessie hält es zudem für wichtig, dass die neuen Observer_innen den Bürgermeister von Maramag kennen lernen.

Wir informierten sie über die Details der Delegationsreise und wir verblieben so, dass sie Zeit brauchen zu entscheiden, wer an dieser Reise teilnimmt. Sie freuen sich auf diese Reise und halten sie für wichtig.

Das Team Mindanao wird jetzt die nächste Zeit dazu nutzen, den neuen Termin des Hearings herauszufinden und versuchen mit Jessie einen Termin zu finden, um den Bürgermeister von Maramag zu besuchen und kennenzulernen. Bis dahin möchte PADATA eine Entscheidung treffen, wer an der Delegationsreise teilnimmt.

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Citra Mina

Am 25. Februar konnten die 43 philippinischen Fischer, die in Indonesien wegen illegalem Fischfang für sechs Monate inhaftiert waren, endlich wieder in ihre Heimatstadt General Santos auf Mindanao zurückkehren.

Ihr Fischerboot,  die Love Merben II, war ohne Fischfangerlaubnis und die Fischer ohne Ausweispapiere über die indonesische Seegrenze gefahren und wurde von der indonesischen Küstenwache gefasst. Die 43 Fischer wurden auf Ternate Island inhaftiert. Ihre Freilassung wurde durch die Bemühungen von SENTRO, der globalen Gewerkschaft IUF und dem Department for Foreign Affairs (DFA) erwirkt.

Herbert Demos, SENTRO Mitarbeiter und Mitglied des Rescue Teams berichtet über die Verhältnisse unter denen die philippinischen Fischer in Indonesien festgehalten wurden: “I am poor, and was raised in poverty, but I cannot eat what our compatriots were eating in Ternate. The rice they ate had more rice weevils (lice) than rice grains, but they had no choice. I learned that sometimes they quarreled over food because of extreme hunger. What is painful, too, is that they were never visited by our consulate personnel in Manado, “

Laut Angaben von SENTRO übernahm das Unternehmen jedoch keine Verantwortung für die inhaftierte Crew der Love Merben II.

Atty. Emil Pana, rechtlicher Berater der Gewerkschaft, berichtete in einem Verfahren gegen Citra Mina, wie das Unternehmen systematisch das Arbeitgeber-Angestellten-Verhältnis verschleiert. Am Beispiel der Love Merben II machte der Anwalt deutlich, wie das Unternehmen Dummies als Schiffsbesitzer einsetzt. Somit ist nur der Dummie offizieller Angestellter der Citra Mina. Dabei ist es eigentlich offensichtlich, dass diese Dummies gar nicht über die Mittel verfügen können, ein multi-millionen Peso Unternehmen zu führen.

Fred Lumba, Sprecher des Unternehmens gab hingegen im Interview mit Mindanews an, dass die Firma die Fischer unterstützt habe obwohl sie keine Mitarbeiter von Citra Mina gewesen sein, sondern Angestellte des Bootsbesitzers. “(The company) gave them financial assistance for their fuel and food. They will just settle it upon their return with their harvest,” so Lumba im Gespräch mit dem Fernsehsender TV Patrol. Obwohl die Fischer nicht bei Citra Mina angestellt waren, habe sich das Unternehmen für ihre Rückkehr eingesetzt.

Citra Mina ist das zweit größte Fischfangunternehmen der Philippinen und gehört der Lu Familie an. Die Firma steht nicht nur in diesem Fall in der Kritik: Citra Mina ist für die Missachtung von Arbeiterrechten berüchtigt. So entließ die Firma im August 2013 illegaler weise 237 Mitarbeiter, um die Gewerkschaft zu zerbrechen. SENTRO beschuldigt Citra Mina Menschenrechtsverletzungen zu begehen. Dazu gehört laut SENTRO zum Beispiel das Verschwinden lassen von Arbeitern, die sich über Missstände bei Citra Mina beschwert haben.

Derzeit muss sich Citra Mina den Ermittlungen des Congress stellen und bekommt dabei nicht nur von öffentlichen Stellen sondern auch von anderen Tunfisch Firmen Druck. Diese befürchten nämlich mit in den Sog zu geraten. Josua Mata, Generalsekretär von SENTRO warnt nun, dass das erst kürzlich in Kraft getretene EU GSP Plus gefährdet werden könnte, wenn im Rahmen des Verfahrens Verletzungen von Arbeiterrechten bekannt werden würden. Das EU GSP Plus ermöglicht unter anderem den Tunfisch Firmen aus General Santos den zollfreien Verkauf von Fischprodukten in den Mitgliedsstaaten der EU.

Durch das Verfahren können nun die Machenschaften der Tunfischkonzerne ans Licht kommen, die bisher straflos blieben. Hierzu gehören Nur-Arbeitskraft-Verträge, Sperrlisten, Mangel an sozialer Absicherung für die Fischer sowie das unterdrückende Sacada System.

Ziel der Gewerkschaften ist es nicht, die Firma zum Beispiel durch Boykottaufrufe zu zerstören. Vielmehr soll gemeinsam mit der Firma an verbesserten Arbeitsbedingungen gearbeitet werden. Am Beispiel der Citra Mina soll ein Beispiel für andere Tunfisch unternehmen statuiert werden.

IPON hat erfahren, dass Aktivisten seit ihrem Engagement in diesem Fall Bedrohungen und Einschüchterungsversuchen ausgesetzt sind.

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